Ambivalenz: Von der Qual, dich nicht entscheiden zu können

30. Mai 2021

Ist Ambivalenz ein Thema für dich? Oder lass mich anders fragen: Fällt es dir schwer, Entscheidungen zu treffen, weil du oft widersprüchliche Gedanken oder Gefühle in dir hast?

Einerseits willst du dies, andererseits auch das und du weißt nicht, wie du dich entscheiden sollst? Du überlegst bei Entscheidungen oft lange hin und her und kommst doch zu keiner Lösung? Oder du entscheidest dich – und zwanzig Minuten später entscheidest du dich um? Und dann vielleicht sogar nochmal? Kennst du das?

Dann ist Ambivalenz ein Thema für dich.

Viele hochsensible Menschen haben mit Ambivalenz zu kämpfen. Auch ich. Lange Zeit war Ambivalenz mein zweiter Vorname, doch ich habe gelernt, mit ihr umzugehen und mir dadurch die Energie zurückgeholt, die die Ambivalenz eingefordert hat. Und die gute Nachricht ist: Du kannst das ebenfalls lernen – und zwar mit diesem Artikel 🙂

Was Ambivalenz bedeutet

Ambivalenz bezeichnet einen Zustand der inneren Zerrissenheit. Das gleichzeitige Auftreten von gegensätzlichen Gefühlszuständen und Gedanken, die zu einer inneren Spannung führen.

In der Psychologie werden verschiedene Formen der Ambivalenz unterschieden, da diese jedoch im alltäglichen Sprachgebrauch nicht unterschieden werden, gehe ich auf die einzelnen Formen hier nicht ein. Lass mich dir einfach ein paar Beispiele für Ambivalenzen geben.

  • Einerseits willst du abnehmen und auf Zucker verzichten, andererseits schmeckt dir Süßes so gut. Du weißt nicht, ob du das Stück Kuchen, das dir angeboten wird, essen sollst oder nicht.
  • Einerseits willst du Veränderung und andererseits willst du Stabilität. Du bist unschlüssig, ob du einen Neuanfang wagen willst oder nicht.
  • Einerseits willst du Gesellschaft, andererseits wärst du auch gerne für dich alleine. Jetzt weißt du nicht, ob du der Einladung von Freunden folgen oder absagen sollst.
  • Du stehst im Supermarkt vor dem Marmeladenregal, magst sowohl Aprikosen- als auch Erdbeermarmelade. Du weißt nicht, welche du kaufen sollst.

Das sind ein paar Beispiele für Ambivalenzen, die im Großen, aber auch alltäglichen Kleinen vorkommen können. Solche inneren Widersprüchlichkeiten kennt in der Regel jeder Mensch, denn Ambivalenzen sind ein natürlicher Bestandteil unseres menschlichen Daseins und haben ihren Zweck, wie du gleich erfahren wirst.

Wie eine Ambivalenz entstehen und wofür sie gut ist

Eine Ambivalenz entsteht immer in einer Entscheidungssituation. Nur wenn ich mich zwischen verschiedenen Möglichkeiten entscheiden kann/darf/muss/soll, können gegensätzliche Gedanken oder Gefühle aufkommen. Wenn ich zum Beispiel nicht vor der Wahl stehen würde, ob ich ein Stück Kuchen essen soll oder nicht, könnten auch keine gegensätzlichen Gefühle aufkommen.

Eine Entscheidungssituation alleine reicht jedoch nicht aus, damit eine Ambivalenz entsteht.

Erst wenn ich keine klare Antwort darauf habe, wie ich mich entscheiden möchte, entsteht eine Ambivalenz – die Widersprüchlichkeit zwischen den verschiedenen Positionen, die zur Auswahl stehen.

Wozu kann eine solche Widersprüchlichkeit nun gut sein?

Widersprüchliche Gefühle und Gedanken helfen uns dabei, uns sowohl persönlich als auch in der Gemeinschaft weiterzuentwickeln. Weil Ambivalenzen verschiedene Positionen beinhalten, eröffnen sie den Raum für neue Gedanken, Gefühle und Ansichten sowie für neue Wege. Sie helfen uns dabei, zwischen verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen und zu lernen, gute Entscheidungen für uns oder eine Gemeinschaft zu treffen.

Ambivalente Gefühle können aber auch als „natürliche Nebenwirkung“ einer persönlichen Weiterentwicklung auftreten, zum Beispiel wenn jemand neue Gewohnheiten kultivieren will. Stell dir vor, jemand will nach zehn Jahren mit dem Rauchen aufhören. Nun wird er sehr wahrscheinlich immer wieder in Situationen kommen, in den sein altes Ich zum Vorschein kommt, das ihn zu einer Zigarette verführen will. Er wird immer wieder in die Ambivalenz kommen, der alten Gewohnheit nachzugeben oder standhaft zu bleiben und sich für die neue Gewohnheit zu entscheiden.

Ambivalenz sind natürlicher Bestandteil des Menschseins. Daher sollte jeder Mensch eine gewisse Fähigkeit zum Umgang mit Ambivalenzen haben – und hat diese in der Regel auch. Wenn ein Mensch jedoch oft und stark ambivalent ist, und sich auch in Alltagsentscheidungen schwer tut, kann das zu großen Belastungen führen.

6 negative Auswirkungen von starker Ambivalenz

Starke Entscheidungsschwierigkeiten können auf persönlicher, gesundheitlicher und zwischenmenschlicher Ebene zu großen Schwierigkeiten führen.

1. Eine Entscheidung bleibt aus

Die offensichtlichste Auswirkung ist wohl die, dass man unfähig ist, sich zu entscheiden und demnach keine Entscheidung trifft. Man kann oder möchte sie nicht treffen, geht ihnen aus dem Weg oder fordert Zeit, um die Entscheidung hinauszuzögern.

Das kann einerseits dazu führen, dass man lange in ungesunden Situationen stecken bleibt, weil sich aufgrund der fehlenden Entscheidung nichts bewegt. Andererseits kann das auch die Beziehung zu anderen belasten, wenn diese eine Entscheidung wünschen oder fordern, aber keine getroffen wird.

2. Häufig wechselnde Entscheidungen

Stark ambivalente Personen neigen auch dazu, eine Entscheidung zu treffen und sie wenig später zu widerrufen. Sie entscheiden sich für etwas – und einige Zeit später entscheiden sie sich doch dagegen. Die Argumentation in ihrem Inneren, was „richtig“ ist und was sie wollen, bewegt sich stark zwischen den Gegenpolen hin und her, scheint in einem Moment völlig klar und im nächsten Moment nicht mehr.

Das ist nicht nur für die Person, die entscheidet, sehr belastend, sondern auch für die Mitmenschen, die mit den widersprüchlichen Entscheidungen oder Aussagen umgehen müssen. Auch das lässt sich im Supermarkt beobachten. Bleiben wir bei den Marmeladensorten: Du entscheidest dich für die Erdbeermarmelade, hängst nun aber mit deinen Gedanken besonderst stark bei der Aprikosenmarmelade. Wäre es nicht doch besser, diese zu nehmen? Du drehst um, stellst die Erdbeermarmelade zurück und nimmst die Aprikosenmarmelade.

3. Innerer Stress und Gesundheitsbeschwerden

Eine Ambivalenz führt zu innerer Unruhe und Stress, der starke Ausmaße annehmen kann. Wenn die innere Zerrissenheit zwischen den Entscheidungsmöglichkeiten sehr groß ist, führt das zu einer starken Spannung. Kommt dann noch Druck hinzu (man ist gezwungen, sich entscheiden), steigt die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Der Stress verstärkt sich damit.

Vor allem hochsensible Menschen merken diesen Stress schnell körperlich. Sie leiden gesundheitlich unter der großen inneren Anspannung und Zerrissenheit, die eine Ambivalenz verursacht. Hält diese über längere Zeit an (und damit die Stresssymptome), können körperliche und psychische Krankheiten die Folgen sein.

4. Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen

Wer ambivalent ist, steht immer vor der Frage: Was ist die „richtige“ Entscheidung? Demnach hat ein ambivalenter Mensch auch immer Angst, eine falsche Wahl zu treffen. Aus diesem Grund vermeidet sie Entscheidungen so gut es geht.

Die ambivalente Person hat kein Vertrauen in sich und ihre Entscheidungskraft. Sie ist zutiefst unsicher in sich selbst und übernimmt ungern Verantwortung für eine Entscheidung. Daher möchte sie auch ungern um Rat gefragt werden, wenn es um Entscheidungen für andere geht.

Dieses Vermeiden von Verantwortung hat weiterführend oft zur Folge, dass sie andere (dominante und selbstbewusste Menschen) um Rat für sich selbst fragt. Sie lässt sich leicht beeinflussen und führen – und landet dadurch nicht selten in Lebensumständen, die ihr gar nicht entsprechen (falsche Berufe / narzisstische Partner etc.)

5. Mangelndes Vertrauen von anderen

Menschen, die sehr ambivalent sind und sich häufig um entscheiden, verlieren mit der Zeit das Vertrauen von Freunden, Familie oder Kollegen. Eine einmal getroffene Aussage können diese nicht mehr für voll nehmen. Sie rechnen oft bis zum Schluss damit, dass sich die ambivalente Person doch wieder anders entscheidet. Die Erfahrung hat es einfach gezeigt.

6. Unzufriedenheit mit der eigenen Entscheidung

Wer ambivalent ist, möchte sich nicht entscheiden, sondern am liebsten alle Möglichkeiten, die er hat, ausschöpfen. Er möchte beides haben – oder die Entscheidung abgeben und ggf. einen Schuldigen haben. Wenn er jedoch gezwungen ist, eine Entscheidung für EINE Sache zu treffen, bleiben seine Gedanken oft an der anderen Sache hängen. An dem, was er nun verpasst hat.

Am Beispiel mit der Marmelade kann es sein, dass er die Erdbeermarmelade kauft, aber zu Hause ständig darüber nachdenkt, dass er doch lieber die Aprikosenmarmelade essen würde. Ein schwerwiegenderes Beispiel könnte sein: Jemand hat sich von seinem Partner getrennt und denkt nun ständig daran, dass er das nicht hätte tun sollen. Diese Zweifel können so stark werden, dass sie den Partner wieder zurück möchte – oder sich im Leid suhlt und daran festhält, eine fatale, falsche Lebensentscheidung getroffen zu haben.

So kann die innere Zerrissenheit trotz Entscheidung bestehen bleiben.

Warum hochsensible Menschen häufig ambivalent sind

Hochsensible Menschen sind häufiger als andere Menschen ambivalent, weil sie oft starke Bedürfnisse haben, die zeitgleich sehr gegensätzlich sind. Hochsensible Menschen brauchen beispielsweise zum einen Struktur und Stabilität, weil ihnen das Ruhe schenkt, aber auch Abwechslung und Herausforderungen, weil sie gerne Neues lernen und erleben möchten. Ebenso brauchen Menschen mit Hochsensibilität viel Zeit für sich, weil sie sich in der Stille von den vielen Reizen erholen, sehnen sich aber ebenso sehr nach Kontakt, Austausch und Verbundenheit mit anderen Menschen.

Ebenso tragen auch die Wesenszüge und Werte hochsensibler Menschen dazu bei, verstärkt ambivalent zu sein. Hochsensible Menschen sind beispielsweise meist sehr zuverlässig, treu und hilfsbereit. Aufgrund diesen Wesenszügen und Werten arbeiten Hochsensible oft viel und helfen gerne aus. Hochsensible brauchen ebenfalls viel Ruhe, um sich von den vielen Reizen zu erholen, die auf sie einströmen. Diese Ruhe bleibt jedoch durch ihre Hilfsbereitschaft und Gewissenhaftigkeit oft auf der Strecke.

Auch ein schwaches Selbstwertgefühl verstärkt eine Ambivalenz. Da hochsensible Menschen oft ein schwaches Selbstwertgefühl haben, neigen sie besonders dazu, die Erwartungen anderer über ihre eigenen zu stellen, spüren aber zeitgleich, dass ihnen etwas anderes besser tun würde, was die Ambivalenz verstärkt. Dennoch werden sie in den meisten Fällen jene Entscheidung treffen, die im Sinne der anderen ist (Ja, ich helfe, obwohl ich Ruhe bräuchte.) Ist diese Entscheidung einmal getroffen, bleibt oft trotzdem die Ambivalenz bestehen, weil der hochsensible Mensch spürt, dass ihm die Entscheidung nicht guttut und ihn erschöpft. Er wünscht sich einen Ausweg, findet aber keinen. Zurück beibt die Zerrissenheit und Last dieser Entscheidung. Oder er merkt bei zunehmendem Näherrücken dieser Entscheidung (dem Termin zu helfen), das ihm das nicht guttut und entscheidet sich spontan um und sagt ab.

Ambivalenz Lösungen

Sieben Wege aus der Ambivalenz

Wenn eine Ambivalenz eine innere Zerrissenheit zwischen verschiedenen Möglichkeiten ist, braucht es demnach eine klare Entscheidung für eine Möglichkeit, um diese Spannung zu lösen. Wie du eine solche Klarheit in deinen Entscheidungen finden kannst, zeige ich dir im Folgenden auf:

1. Finde dein Warum

Jede Entscheidung hat einen Gewinn für dich. Jede Entscheidung erfüllt dir irgendein Bedürfnis, sonst würdest du nicht zwischen den verschiedenen Möglichkeiten entscheiden wollen. Ein Beispiel: Du wirst zu einem Geburtstag eingeladen und weißt nicht, ob du hingehen oder lieber zu Hause bleiben sollst. Der Besuch auf dem Geburtstag erfüllt dir z.B. dein Bedürfnis nach Gemeinschaft und Austausch. Die Zeit alleine erfüllt dir dein Bedürfnis nach Ruhe und Erholung.

So hat jede Entscheidung ein FÜR – dein WARUM. Dieses ist jedoch in Bezug zu deinem Wohlbefinden nicht immer erstrebenswert. Was meine ich damit?

Vielleicht willst du auf den Geburtstag aus reinem Pflichtgefühl gehen und nicht, weil dir die Leute dort zusagen und dir der Kontakt wichtig ist. Ist die Entscheidung, auf den Geburtstag zu gehen, aus diesem Aspekt heraus nun noch lohnenswert?

Finde das Warum in deinen Entscheidungen heraus. Das allein kann helfen, die für dich richtige Entscheidung zu erkennen. Treffen musst du sie selbst.

2. Mache eine Für- (und Wider-)Liste

Jede Entscheidung hat ein Für (das kann dein Warum sein, muss es aber nicht) und meist auch ein Wider (oder mehrere). Mache dir eine Pro- und Contra-Liste und finde diese positiven wie negativen Aspekte heraus. Eine solche Liste kann dir dabei helfen, Klarheit für dich zu finden, welche Entscheidung besser für dich ist.

Bei der Pro-Contra-Liste besteht jedoch oft die Gefahr, dass einzelne Punkte der Liste so stark sind (zum Beispiel aufgrund unterbewussten Glaubenssätzen), dass die Intensität eines einzelnen Aspektes die Anzahl an Aufzählungen von der anderen Seite überwiegt und die Ambivalenz bestehen bleibt.

3. Was steigert deine Lebensqualität?

Frage dich in Bezug zu deinen Entscheidungsmöglichkeiten (und ggf. an Hand der Pro- & Contra-Liste), was davon deine Lebensqualität steigern würde.

Würde es dir guttun, auf den Geburtstag zu gehen, auch wenn du die Menschen nicht besonders schätzt, weil dein Wunsch nach Gesellschaft größer ist, als dein Bedürfnis nach Ruhe?

Oder würde es dir besser gehen, wenn du die Menschen meidest und Zeit für dich alleine zur Erholung hast? Durch die Frage, was deine Lebensqualität steigert, kannst du ebenfalls zu einer Klarheit finden, wie du dich entscheiden willst.

4. Folge deiner Intuition

Wenn für dich immer noch nicht klar ist, was du tun möchtest, kannst du die Frage auch an deinen Körper und damit deine innere Weisheit abgeben.

Gehe gedanklich in die einzelnen Entscheidungen hinein und spüre dabei deinen Körper. Zieht sich etwas in dir zusammen bei der Vorstellung von Entscheidung 1? Fühlst du dich unwohl? Oder kommt Freude und ein inneres Ja auf?

Nimm die Impulse wahr, die direkt auftauchen. So kannst du in dein Körpergefühl kommen und wahrnehmen, was deine Intuition/Seele wirklich braucht. Hochsensible Menschen haben meist eine sehr gute Intuition, jedoch verlernt auf sie zu hören. Schule dich darin und nutze sie wieder verstärkt als weisen Ratgeber.

5. Sowohl als auch

Nicht immer muss eine Entscheidung in eine Richtung getroffen werden. Manchmal gibt es auch die Möglichkeit, dich für mehrer Wege zu entscheiden und dir damit mehrere Bedürfnisse zu erfüllen. Das ist dann kein: „entweder oder“, sondern ein: „sowohl als auch“.

Wenn du innerlich zerrissen bist und zwischen zwei Wahlmöglichkeiten stehst, finde heraus, ob beides miteinander vereinbar ist. Kannst du z. B. zum Geburtstag gehen und in Austausch mit Menschen gehen und ebenso Ruhe für dich haben? Möchtest du vielleicht nur zwei Stunden zum Geburtstag gehen und dann nach Hause gehen, um den restlichen Abend alleine zu sein? Wenn es die Möglichkeit für ein Sowohl-als-auch gibt, dann kann eine solche Lösung zu Klarheit führen und dir damit innere Ruhe schenken.

6. Entscheide dich und halt den Fokus darauf

Setz dir eine Frist und entscheide dich. Selbst dann, wenn du keine klare Richtung hast. Entscheidungen zu treffen ist auch Übungssache. Vor allem in unseren Zeiten, in denen die Wahlmöglichkeiten immer größer werden und leider immer noch oft geglaubt wird, man dürfe andere nicht enttäuschen.

Daher übe dich im Entscheidung treffen und halte deine Aufmerksamkeit dann auf das gerichtet, wofür du dich entschieden hast. Das kannst du wieder im Supermarkt üben 😉 wenn du vor dem endlos langen Marmeladenregal stehst und dich nicht entscheiden kannst – entscheide dich! Und frage dich nicht: „Was wäre wenn ich doch die Aprikosenmarmelade, statt die Erdbeermarmelade genommen hätte?“ Du hast dich entschieden – Punkt.

Genieße das, wofür du dich entschieden hast. Wenn deine Gedanken abschweifen, fange diese wieder ein. Ersetze sie durch stärkende Gedanken. Wir können es nicht allen recht machen und wir können nicht wissen, was jede Entscheidung gebracht hätte und ob eine andere besser wäre. Entscheide dich und denke nicht an Fehler. Mache die Erfahrung und ziehe daraus deine Erkenntnis.

7. Stärke dein Selbstwertgefühl

Je stärker deine Selbstachtung ist, desto besser deine Entscheidungsfähigkeit. Mit einem stabilen Selbstwert ist dir dein seelisches und körperliches Wohlbefinden wichtig. Du weißt und spürst, was du brauchst und dir gut tut – und stehst dazu mitsamt den möglichen Konsequenzen. Damit sinkt deine Ambivalenz und dein Stress.

Mit einem starken Selbstwertgefühl weißt du auch, dass Selbstfürsorge kein Egoismus ist. Dir ist bewusst, dass du am besten für andere da sein kannst, wenn du selbst in guter Verfassung bist und dass du nur einen Körper hast, für dessen Gesundheit DU verantwortlich bist.

Stärke deine Entscheidungskraft – und deine Ambivalenz beruhigt sich

Ambivalenz ist in gewissem Maß normal und gesund. Bei sensiblen Menschen und Menschen mit geringem Selbstwert ist sie häufiger und stärker vorhanden. Vielleicht beruhigt dich das ein wenig: Du bist nicht alleine mit diesem Thema. Wie du deine Entscheidungskraft stärken und damit deine Ambivalenz beruhigen kannst, hast du in diesem Artikel erfahren.

Weitere Eigenschaften der Hochsensibilität, genau gesagt 80 häufige Stärken und Schwächen hochsensibler Menschen sowie passende Umgangsmöglichkeiten findest du auch in meinem Buch „Wer bin ich?“ Entdecke dich in deiner Hochsensibilität

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Für alle Menschen die hypersensibel sind oder den Verdacht dazu haben, ist dieses Buch ein echter Türöffner und hilft, die Reaktion der Menschen auf einen selbst und seine Gefühle besser zu verstehen. Für mich war es sehr heilsam und spannend. Das Buch ist sehr leicht verständlich geschrieben, ohne unnötiges Fachsimpeln und gibt einem wertvolle Tipps und Handlungsvorschläge, um mit seiner eigenen Hypersensibilität, vor allem in Akutphasen, besser umzugehen. Vielen Dank dafür! – Juls (Amazon Kundin)

5 Gedanken zu „Ambivalenz: Von der Qual, dich nicht entscheiden zu können“

  1. Gerade jetzt habe ich schwere Entscheidung zu treffen. Wir müssen kurzfristig aus der Wohnung. Wegen Eigenbedarf. Wir haben ein Hund, finden aber keine Wohnung mit Hund. Also müssen wir entscheiden den Hund weg zu geben. Dann haben wir 3 Wohnungen angesehen. Entweder weiter weg,oder zu dunkel,oder ohne Wanne, oder zu weit oben. Irgendwas ist immer. Wir sind in der Rente und suchen was langfristiges,ruhiges,nicht zu weit von der Stadt. Ich bin schon 13 Jahre mit Ängsten und Depressionen behaftet. Mein Mann ist viel älter. Ich lebe ständig mit irgendwelchen Zweifel,Zukunftsängste. Ich kenne niemanden,u.s.w. jedenfalls finde ich Dein Beitrag hilfreich. Weiter so.

  2. Liebe Conny,
    vielen Dank für deine Offenheit, deine aktuelle Situation zu schildern. Entscheidungen zu treffen kann sehr herausfordernd sein, vor allem, wenn diesbezüglich auch viele Aspekte berücksichtigt werden müssen, so wie das bei dir / euch der Fall ist. Und das kann ebenso schmerzhaft sein, denn Entscheidungen kosten immer einen „Preis“. Etwas, dass man loslassen muss/darf, um etwas anderes dafür zu bekommen. Ich freue mich, dass der Beitrag hilfreich für dich ist und wünsche dir von Herzen die Kraft und den Mut, eine annehmbare Entscheidung für euch zu treffen.
    Liebe Grüße
    Bettina

  3. gute Seite
    ich habe das seit Jahren wege meiner Freundein, wir sind gleichalt 50 +
    sie ist der realistische Menschen und hat keine gute Beziehung gehabt
    ich war immer eine Art Mutterkind und war dauernd verliebzt
    dann trafen wir uns
    sie ist nicht gesund, körperlich wie psychisch
    ich bin eher so, ja paßt schon alles, nicht so wichtig alles egal
    und nach 10 Jahren und oft getrennt sind wir wieder zusammen gekommen
    ich habe eine akute Ambivalenz
    hänge an meiner Freundin etwas
    bin seit Jahren in Therapie
    emotional etwas von ihr abhängig weil sie Dinge wie Geborgenheit Hilfe geben Zuhören oft und Empathie recht gut kann und lustig auch für mich
    ich fühle mich aber glücklicher bei einer Frau die jugendlich sportlich ist und arbeitet
    die sich in mich unsterblich verliebt udn ich mich in sie
    das ist das was mir meiner Meinung nach fehlt
    und trotzdem zieht es mich wieder zu ihr aber wenn ich sehe was mir fehlt dann wieder weg
    viele sagen du hast die Falsche Frau
    sie hat sich geändert ist ruhiger geworden und gemütlicher, also in den 2 Tagen wo ich sie sah die Woche
    wenn ich mich mit ihr beschäftige in Gedanken was mir fehlt und ob ich mich für sie entscheiden kann, ja da kommt das was mir abgeht, und starke Beklemmungen Belastungen am Brustbereich und Trauer Glücklosigkeit udn ich will nur Flüchten in was weiß ich Gefühle fangen an, weil das so belastend ist.
    Weiß nicht mehr weiter.

  4. Hallo Ronnie,
    vielen Dank für dein Feedback und den Einblick in dein Leben. Wenn du in Therapie bist, würde ich dir empfehlen, dieses Thema dorthin mitzunehmen. Für dich ist es vermutlich wichtig, deine Ambivalenz / die verschiedenen Bedürfnisse zu verstehen und zu lernen, eine gute Entscheidung für dich zu treffen.
    Alles Gute
    Bettina

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